Zugtransport
Die Herausforderung
Mit einer Bahn ohne Schienen von A nach B
Ein 58 Tonnen schwerer Triebwagen der ÖBB sollte vom Linzer Stadthafen zum Mühlkreisbahnhof Linz Urfahr verlegt werden. Doch wie soll das gehen, wenn es zwischen den beiden Bahnhöfen keinerlei Schienenverbindung gibt? Eine Herausforderung, die ein Spezialist wie Prangl nur allzu gerne annimmt.
Unsere Lösung

9-Achs-Schienenfahrzeug-Transporter
Prangl hatte auch in diesem Fall eine Lösung anzubieten: den Transport auf der Straße mit einer 4-Achs-Schwerlastzumaschine samt speziellem 9-achsigen Schienenfahrzeug-Transporter. Die Arbeiten starteten zur Mittagszeit: Um den Zug vom Schienensystem auf den Transporter verladen zu können, ist eine aus mehreren Elementen bestehende spezielle Auffahrtrampe notwendig. Die Teile waren zuvor mit der 4-Achs-Zugmaschine angeliefert worden und standen am Stadthafen schon bereit. Ein Element nach dem anderen wurde mit einem 50 Tonnen Fahrzeugkran – wegen der Oberleitung mit Hub- und Drehbegrenzung – versetzt und von den Prangl-Mitarbeitern montiert.

85 Tonnen-Triebwagen
Auf diese Weise entstand Stück für Stück die Schienenrampe. Danach konnte der schon auf die Verladung wartende Triebwagen der ÖBB mit einer Länge von 25,50 Meter, einer Breite von 2,83 Meter, einer Höhe von 3,80 Meter und einem Gewicht von 58 Tonnen sehr langsam und vorsichtig über diese Auffahrtrampe per Seilwinde auf den Spezial-Anhänger gezogen werden. Während die Abfahrt des Schwertransportes für die Nachtstunden angesetzt war, stand zunächst erst die neuerliche Verladung der Rampen-Elemente auf den Auflieger bzw. ihr Transport zur Entladungsstelle am Mühlkreisbahnhof am Plan.

36,50 Meter langer Transportzug
Um 22:00 Uhr setzte sich dann der Schwertransport mit einer Gesamtlänge von 36,50 Meter, einer Gesamtbreite von 3,80 Meter, einer Höhe von 4,60 Meter und einem Gesamtgewicht von 129,10 Tonnen in Bewegung. Die erste Hürde war die direkt neben dem Stadthafen liegende Auffahrt auf die Mühlkreisautobahn, die für dieses Vorhaben sogar kurzfristig gesperrt werden musste. Denn der Transportzug benötigte zur Einfahrt nicht nur die gesamte Breite der Autobahn: Nach kurzer Fahrt wurde vor einer Brücke gestoppt, der 9-Achser Zentimeter für Zentimeter abgesenkt und die Brücke im Schritttempo durchfahren. Auch die Ausfahrt nach der Donaubrücke forderte die Konzentration des LKW-Fahrers, die Kurve war nur ganz langsamen zu absolvieren.

320 Meter im Rückwärtsgang
Der weitere Weg durch die nächtliche Innenstadt von Linz war wegen der beachtlichen Abmessungen des Transportes herausfordernd. Die Begleitfahrzeuge mussten immer wieder Straßenabschnitte sperren, um das sichere Passieren – oft auf der Gegenfahrbahn – zu ermöglichen. Das allerletzte Teilstück war dann die heikelste Aufgabe. Denn um den Triebwagen wieder auf die Bahnschienen zu bringen, musste der Fahrer des überlangen Transporters die rund 320 Meter lange Straße im Rückwärtsgang bewältigen. Dies gelang souverän und so konnte der Zug am Zielort über die vorbereitete Auffahrtrampe wieder abgeladen werden.
